Die erste Schicht  
In meinen bisherigen Eindrücken und Erfahrungen wurde mir klar, dass es Entwicklungen gibt, die sich seit Lebensbeginn, ohne den Einfluß des Willens stets fortpflanzen. Jene Dinge spielen sich auf der Oberfläche ab, sind manchmal so kurvenhaft, so auf und ab schaukelnd wie es mein Leben bisher war. Als ausgesprochener Autodidakt habe ich nach meinem Philosophiestudium angefangen, in der bildenden Kunst zu arbeiten. In den ersten Tagen stieß ich ständig auf neue Techniken, die ich dann in den Jahren entwickelt und miteinander verbunden habe. Viele Bilder und Ideen wurden durch meine Reisen angeregt. Vor allem der Aufenthalt in Israel hat mich sehr inspiriert. Natürlich bin ich kein Naturalist. Die Oberfläche gilt für mich als Ausgangswert. Das Schaffen mit ihr gebiert ein neues Endprodukt, dass kaum dem Ausgangswert entspricht. Verglichen mit einer Tunnelfahrt. Der Eingang bestimmt die Richtung, die die Röhre einschlägt. Tritt man dann am Ende aus dem Tunnel ist man an einem anderen Ort und kann den Ausgangsort von dort nicht mehr sehen. So ist mein nach der Israelreise geschriebener Roman "Noch ein Tag in Armageddon" sicher sehr verfärbt. Er läßt nur kurze Momente durchscheinen, die uns zum Ausgangspunkt zurückblicken lassen. Natürlich ist meine Kunst untereinander verbunden. Malerei und Performance trifft auf Text und Stimme. So verhaken sich Musik, Literatur und bildende Kunst ineinander. Diese Verbindung ist sicherlich ein Symbol meiner Gedanken, die immer andere Perspektiven aufsuchen, um stets mit Kunst die Gesamtkunst zu erobern. Das Symbol wird dann durch den Willen evoziert. Einzelne Ideen werden auf die Welt geworfen, um benannt zu werden. So endet das Leben, das zuvor nur Oberfläche war in einem bis in die feinsten Äderchen durchtriebenen System, welches seine Bestimmung gefunden hat.